So wird das Geschlecht im Ei bestimmt
Früher mussten männliche Küken nach dem Schlüpfen aussortiert werden – heute lässt sich das Geschlecht bereits im unbefruchteten Ei erkennen. Eine Methode, die immer häufiger eingesetzt wird, ist die spektroskopische Analyse.
Ab dem vierten Bruttag wird mit einem Laser ein winziges Loch – etwa 15 Millimeter groß – in die Eierschale gebohrt. Durch diese kleine Öffnung wird ein Lichtstrahl auf eine Blutader im Dottersack gerichtet. Je nachdem, wie das Licht gestreut wird, können Forscher auf das Geschlecht des Embryos schließen. Das Verfahren ist präzise und verhindert, dass männliche Küken überhaupt erst weiterentwickeln.
Die Technik ist Teil eines größeren Wandels in der Geflügelwirtschaft. In Deutschland etwa ist das Kükentöten seit 2022 verboten, weshalb solche innovativen Methoden immer wichtiger werden. Neben dem Spektroskopieverfahren arbeiten Wissenschaftler auch an alternativen Ansätzen – etwa mit fluoreszierenden Biomarkern, die das Geschlecht sichtbar machen, ohne das Ei zu beschädigen.
Obwohl die Verfahren noch teuer und aufwändig sind, gewinnen sie an Bedeutung. Sie sparen nicht nur Tierleid, sondern auch Energie und Ressourcen, da nur weibliche Eier weitergebracht werden. Die Zukunft der Branche liegt klar in der Frühbestimmung – eine Entwicklung, die Tierschützer, Landwirte und Verbraucher gleichermaßen begrüßen.
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