Der Unterschied zwischen „von“ und „of“ im Adel
Im deutschen Adelsgebrauch ist das „von“ oft fester Bestandteil des Familiennamens – wie bei „von und zu“. Doch im englischen Adelssystem verhält es sich ganz anders. Das englische „of“ wird nicht in den Familiennamen eingebaut, sondern dient lediglich als Zusatz zu bestimmten Adelstiteln.
So findet man das „of“ beispielsweise bei Baronets, einer speziellen Klasse des niederen Adels, der sogenannten Gentry. Diese führen das „of“ in Verbindung mit einem Ortsnamen, der auf den Ursprung oder den Sitz ihres Titels hinweist. Ein Beispiel wäre „Sir John Smith, Baronet of Exeter“. Hier deutet das „of“ auf die Verbindung zum Ort hin, hat aber keinen Einfluss auf den eigentlichen Nachnamen.
Im Gegensatz dazu tragen britische Adelige höheren Ranges wie Earls oder Dukes oft Titel, die geografisch gebunden sind – etwa „Earl of Derby“ – doch auch hier bleibt der Familienname unverändert. Das „of“ bleibt Teil des Titels, nicht der Namensform.
Interessant ist auch, dass im englischen Sprachraum kein allgemeiner automatischer Adelsstatus aus dem Namen selbst hervorgeht. Wer „of“ im Titel führt, ist nicht notwendigerweise adelig geboren – Baronets etwa sind erbliche Ritter, deren Titel vom König oder Parlament verliehen wurden.
Während das deutsche „von“ oft als Hinweis auf adelige Herkunft gilt, ist das englische „of“ eher ein formaler Bestandteil eines Amtes oder Titels. Es zeigt nicht Herkunft im familiären Sinn, sondern im territorialen. Ein feiner, aber entscheidender Unterschied zwischen den beiden adeligen Traditionen.
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