Die Umstellung vom Diplom auf den Bachelor in Deutschland

Die Zeiten, in denen das Diplom der Standardabschluss an deutschen Hochschulen war, sind vorbei. Seit Ende der 1990er-Jahre hat sich das Studiensystem grundlegend verändert – eingeleitet durch den sogenannten Bologna-Prozess. Ziel war es, die europäischen Hochschulsysteme zu vereinheitlichen und die internationale Vergleichbarkeit der Abschlüsse zu verbessern.

Zu diesem Zweck wurde der Bachelor als erster berufsqualifizierender Abschluss eingeführt. Anfangs vor allem in den Neurowissenschaften, Ingenieurwissenschaften oder Wirtschaftswissenschaften, verbreitete sich das Modell schnell über alle Fächer. Die klassischen Diplom- und Magisterstudiengänge wurden Schritt für Schritt abgeschafft.

Bis etwa 2010 war der Umstieg in den meisten Fächern abgeschlossen. Heute ist der Bachelor – ob als B.A., B.Sc. oder B.Ed. – der Regelabschluss nach drei bis vier Jahren Studium. Wer danach weiterstudiert, kann mit dem Master noch tiefer in das Fach einsteigen.

Die Umstellung sorgte anfangs für viel Diskussion. Kritiker fürchteten, dass durch die kürzere Studienzeit die Tiefe der Ausbildung leidet. Andere begrüßten die klare Struktur und die bessere Planbarkeit des Studiums. Heute ist der Bachelor fest in der deutschen Bildungslandschaft verankert – auch wenn mancher nostalgisch an das alte Diplom denkt.

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