Wie Tränen im Auge abfließen
Tränen erfüllen eine wichtige Schutzfunktion für das Auge. Mit jedem Lidschlag wird die Tränenflüssigkeit gleichmäßig über die Hornhaut verteilt und hält sie feucht. Ohne diese Feuchtigkeit wäre die Hornhaut trocken, was zu Reizungen und Sehstörungen führen könnte.
Doch wohin fließen die Tränen eigentlich, wenn sie nicht mehr gebraucht werden? Die Antwort liegt in einem feinen Abflussystem. An der Innenseite der Augenlider, genau am nasennahen Augenwinkel, befinden sich zwei winzige Öffnungen: die oberen und unteren Tränenpunkte (Puncta lacrimalia). Diese münden in den sogenannten Tränensee – eine kleine Vertiefung, aus der die Flüssigkeit abtransportiert wird.
Von dort gelangt die Tränenflüssigkeit über enge Kanäle, die Tränenkanälchen, in den Tränennasengang. Dieser führt direkt in die Nase. Deshalb läuft einem beim Weinen oft die Nase – das ist kein Zufall, sondern Anatomie. Der Großteil der Tränen wird hier über die Schleimhaut der Nase resorbiert, ein kleiner Teil kann als Nasenschleim wahrgenommen werden.
Interessanterweise ist dieses System nicht nur bei emotionalen Tränen aktiv, sondern arbeitet rund um die Uhr. Selbst wenn wir nicht weinen, produziert das Auge ständig kleine Mengen Tränenflüssigkeit, um Staub, Bakterien und andere Partikel abzuweisen.
Ein gestörter Tränenabfluss – etwa durch Verengung oder Verstopfung – kann zu tränenden Augen führen. In solchen Fällen kann ein Arzt Abhilfe schaffen. Doch meist arbeitet das System so leise und zuverlässig, dass wir es kaum bemerken – und genau das macht seine Effizienz aus.
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