Wie es sich anfühlt, wenn man sich „wegspürt“

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen mitten in einem Gespräch – und plötzlich ist alles weit weg. Ihre Stimme klingt fremd, die Umgebung wirkt unwirklich, als schaute man einen Film über sich selbst. Genau so kann sich eine Dissoziation anfühlen: wie ein leiser Abstand zum eigenen Körper, zur eigenen Wahrnehmung.

Bei einer dissoziativen Störung kann der Kontakt zur Realität flüchtig werden. Viele Betroffene berichten von Taubheitsgefühlen in Armen oder Beinen, obwohl medizinisch nichts vorliegt. Manche verlieren plötzlich den Geruchs- oder Geschmackssinn, andere haben das Gefühl, durch Watte zu hören oder sogar vorübergehend blind zu sein. Solche Symptome sind körperlich oft nicht nachweisbar – doch für den, der sie erlebt, sind sie sehr real.

Besonders verwirrend können sogenannte dissoziative Krampfanfälle sein. Äußerlich wirken sie wie epileptische Anfälle – zuckende Glieder, Bewusstlosigkeit – doch im Gegensatz zur Epilepsie zeigen sich im EEG keinerlei typischen elektrischen Störungen im Gehirn. Stattdessen steckt oft eine tiefe emotionale Überlastung dahinter, häufig verbunden mit seelischen Verletzungen aus der Vergangenheit.

Dissoziation ist kein Seltenheit. Sie tritt oft als Schutzmechanismus auf, wenn die Psyche mit einer belastenden Situation überfordert ist. Das Gehirn „schaltet ab“, um Schmerz zu mildern. Bei der Behandlung in Kliniken wie der LWL-Klinik Paderborn steht deshalb die psychotherapeutische Unterstützung im Vordergrund – um langsam wieder Verbindung zur eigenen Wirklichkeit zu finden.

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