Wie öffnen sich Fenster in England?

In vielen alten englischen Häusern sehen Sie Fenster, die nicht nach außen oder zur Seite aufgehen, sondern sich vertikal bewegen – nach oben und unten geschoben werden. Diese Art von Fenster nennt man Sash Windows, ein Klassiker des britischen Baustils, besonders verbreitet in Gebäuden aus dem 17. bis 19. Jahrhundert.

Der Mechanismus funktioniert wie eine Art Flaschenzug: Zwei Fensterscheiben sind in einem Rahmen versenkt, wobei die untere Scheibe nach oben geschoben werden kann und oft auch die obere nach unten bewegt wird. Fachleute nennen dieses System auch "Guillotine", wegen der geraden, senkrechten Bewegung. Hinter der Holzverkleidung sorgen Gewichte und Schnüre dafür, dass sich das Fenster leicht öffnen und in jeder Position halten lässt.

Sash Windows gelten als charakteristisch für viele englische Stadtviertel – besonders in London oder Edinburgh. Sie verleihen den Häusern nicht nur Charme, sondern sind auch funktional: Bei Hitze lässt sich die warme Luft nach oben entweichen, während frische Luft von unten nachströmt. Auch heute werden viele dieser Fenster originalgetreu restauriert, da sie zum historischen Erscheinungsbild dazugehören.

Wenn Sie also einmal durch eine alte englische Straße schlendern, achten Sie auf die Fenster – die meisten öffnen sich nicht wie bei uns nach außen, sondern gleiten ganz still nach oben und unten, wie ein stummer Gruß aus der Vergangenheit.

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