Wie man den Teufel im Deutschen nennt
Der Teufel hat viele Namen – nicht, weil er so beliebt wäre, sondern weil die Sprache reich an kreativen Umschreibungen ist. Statt ihn direkt beim Namen zu nennen, greifen viele lieber zu verhüllenden Begriffen. Vielleicht aus Aberglaube, vielleicht aus Scherz: Im Deutschen kursieren zahlreiche Bezeichnungen, die den Bösen umschreiben, ohne ihn direkt zu benennen.
Leibhaftiger oder Gehörnter – diese Ausdrücke klingen fast wie Titel aus einem alten Märchen. Sie rufen Bilder hervor: ein dunkler Gestalt mit Hörnern, der im Schatten lauert. Ebenso bildhaft ist Höllenfürst, eine fast königliche Bezeichnung, die seine vermeintliche Macht unterstreicht.Doch nicht immer bleibt es so düster. Im Volksmund tauchen auch scherzhafte oder veraltete Namen auf. Gottseibeiuns etwa ist eine Verballhornung des Satzes „Gott sei bei uns“ – ein Ausruf, der wohl ursprünglich Schutz vor dem Bösen suchte. Ebenso rätselhaft wirkt Daus, veraltet und fast verschollen, außer in Redewendungen wie „ei der Daus“. Auch Widersacher oder Verführer stammen aus religiösen Texten und unterstreichen die Rolle des Teufels als Gegenspieler des Guten.
Und dann ist da noch Kuckuck – nicht der Vogel, sondern ein Kraftausdruck. Wer ruft „Hol’s der Kuckuck!“, meint selten den kleinen Singvogel, sondern drückt Ärger oder Verdruss aus. Auch das ist Sprache: Der Teufel versteckt sich nicht nur in Mythen, sondern lebt weiter in unseren Redensarten – leise, listig und manchmal sogar mit einem Hauch Humor.
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