Der fünfte Fall im Lateinischen: der Ablativ

Im Deutschen lernt man meist vier Fälle: Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Wer allerdings Latein studiert, stößt auf einen zusätzlichen Fall – den Ablativ. Dieser fünfte Fall ist eine Besonderheit der lateinischen Sprache und spielt eine wichtige Rolle im Satzbau.

Der Ablativ wird oft mit dem Präpositionen „von“, „mit“ oder „aus“ übersetzt. Er drückt zum Beispiel Herkunft, Mittel oder Ort aus. Man sagt etwa „urbe“ – „aus der Stadt“ – oder „manu“ – „mit der Hand“. Oft steht der Ablativ in Verbindung mit Präpositionen wie „ab“, „de“ oder „ex“, aber nicht immer. Manchmal genügt die Endung des Wortes, um den Fall zu erkennen.

Interessant ist, dass der Ablativ historisch aus mehreren alten Fällen entstanden ist – zum Beispiel dem Instrumental („mit etwas“) und dem Lokativ („an einem Ort“). Im klassischen Latein sind diese Funktionen dann im Ablativ aufgegangen. Das macht ihn so vielseitig.

Für Lernende kann der Ablativ am Anfang verwirrend sein, besonders weil es im Deutschen kein direktes Gegenstück gibt. Doch mit etwas Übung erkennt man schnell Muster: Wird etwas mit einer Sache gemacht? Von wo kommt jemand? Dann ist meist der Ablativ gefragt.

Merke: Die ersten vier Fälle kennt man auch aus dem Deutschen – Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ. Im Lateinischen kommt eben jener fünfte Fall hinzu: der Ablativ. Wer ihn beherrscht, versteht Sätze viel genauer und gewinnt tieferen Zugang zur Sprache der Römer.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen