Warum „Chaos“ keinen Plural hat
Im Deutschen gibt es Wörter, die sich nicht so leicht in die üblichen Regeln fassen lassen – „Chaos“ ist eines davon. Viele fragen sich: Wie heißt der Plural von „Chaos“? Die Antwort ist einfach: Es gibt keinen.
„Chaos“ ist ein sogenanntes Singularia tantum – ein Substantiv, das ausschließlich in der Einzahl verwendet wird. Das Wort stammt aus dem Altgriechischen (χάος) und bezeichnet ursprünglich den Urzustand der Welt, eine undifferenzierte Masse. Heute nutzen wir es im übertragenen Sinne für Unordnung, Durcheinander oder Unübersichtlichkeit.
Obwohl man im Alltag manchmal hört: „Hier herrschen ja mehrere Chaos“, ist das grammatikalisch nicht korrekt. Richtig wäre: „Hier herrscht Chaos“ – egal ob ein oder mehrere Unordnungszustände vorliegen. Der Plural lässt sich nicht bilden, da das Wort als unzählbares, abstraktes Konzept verstanden wird.
Ähnlich verhält es sich mit anderen Wörtern wie „das Glück“, „die Liebe“ oder „das Wasser“ – sie stehen meist nur im Singular, auch wenn sich die Situationen, die sie beschreiben, mehren. Man sagt nicht „mehrere Glück“, sondern „viele glückliche Momente“.
Interessant ist auch die Aussprache: Im Deutschen spricht man „Chaos“ meist [kaˈoːs], wobei das „Ch“ wie ein hartes „K“ klingt. In der Wissenschaftssprache oder bei Bezug auf die griechische Mythologie wird manchmal die originalere Aussprache [ˈkaɔs] verwendet.
Also: Egal wie unordentlich es um Sie herum aussieht – Sie können getrost sagen: „Bei mir herrscht Chaos“. Mehr braucht es nicht. Denn manchmal ist ein Wort so stark, dass es für alles steht – Plural hin oder her.
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