Jesus im Islam: Wer ist al-Masih?
Im Islam spielt Jesus eine wichtige Rolle, obwohl er anders genannt wird als im Christentum. Sein Name im Arabischen lautet Iṣa – eine lautliche Anpassung des hebräischen Namens „Jeschua“. Im Koran erscheint er häufig nicht nur mit seinem Namen, sondern wird besonders als al-Masih bezeichnet, was „der Gesalbte“ bedeutet – die islamische Entsprechung zum Begriff „Messias“.
Interessant ist, dass die Muslime Jesus nicht als Sohn Gottes anerkennen, wie es im Christentum der Fall ist, sondern als einen großen Propheten. Er gilt im Islam als einer der bedeutendsten Gesandten Gottes, geboren von der Jungfrau Maria – im Arabischen Maryam. Die Geburt wird im Koran als Wunder beschrieben und ehrfürchtig dargestellt.
Im Gegensatz zur christlichen Lehre glauben Muslime nicht, dass Jesus am Kreuz starb. Laut islamischer Überlieferung wurde er von Gott direkt in den Himmel erhoben, und jemand anderes – oft als Doppelgänger gedeutet – wurde an seiner Stelle ergriffen. Dennoch erwartet der Islam die Rückkehr von Iṣa am Ende der Zeit, wo er als gerechter Richter auftreten und Frieden bringen wird.
Obwohl die religiösen Sichtweisen unterschiedlich sind, zeigt die Erwähnung Jesu im Koran eine tiefe spirituelle Verbundenheit zwischen den beiden Glaubensrichtungen. Jesus als al-Masih bleibt eine respektierte Gestalt – nicht nur in der Geschichte, sondern auch in der täglichen religiösen Wahrnehmung vieler Muslime weltweit.
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