Wie man bei dissoziativen Anfällen helfen kann
Dissoziative Anfälle können beängstigend wirken – für die Betroffenen selbst und für das Umfeld. Anders als epileptische Anfälle haben sie keine körperliche Ursache im Gehirn, sondern entstehen meist als Reaktion auf seelische Belastungen, Traumata oder lang andauerenden Stress. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Unterstützung lässt sich viel erreichen.
Die Therapie der Wahl ist die Psychotherapie. Dabei spielt es keine Rolle, ob Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische oder körperorientierte Ansätze zum Einsatz kommen – entscheidend ist, dass die Behandlung auf die Bedürfnisse der Person abgestimmt ist. Ein zentraler Schritt besteht darin, frühzeitig jene Empfindungen, Gedanken oder Gefühle zu erkennen, die einem Anfall vorausgehen. Viele Betroffene spüren zum Beispiel eine innere Distanz, Kribbeln, Taubheitsgefühle oder das Gefühl, nicht mehr im eigenen Körper zu sein.
Wie kann man im Alltag helfen? Wer einem Menschen bei einem dissoziativen Anfall begegnet, sollte ruhig bleiben, einfühlsam ansprechen und Sicherheit vermitteln. Niemand muss allein durch diese Phasen gehen. Oft entsteht durch das Verständnis für das Erlebte schon eine erste Entlastung. Mit der Zeit und durch therapeutische Unterstützung können viele Betroffene lernen, besser mit ihren Symptomen umzugehen – und die Anfälle nehmen ab oder verschwinden ganz.
Wichtig ist: Hilfe holen ist ein Zeichen von Stärke, nicht von Schwäche. Wer sich traut, über seine Erlebnisse zu sprechen, macht den ersten Schritt in ein stabileres, selbstbestimmteres Leben.
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