Was war der Magister Artium?

Bevor in Deutschland der Bachelor- und Masterabschluss eingeführt wurden, gab es einen anderen Weg des akademischen Abschlusses: den Magister Artium, oft einfach nur „Magister“ genannt. Dieser Abschluss wurde mit den Buchstaben M.A. abgekürzt – heute eine Bezeichnung, die auch für den modernen Master of Arts verwendet wird. Das kann verwirren, doch die beiden Grade, obwohl in der hierarchischen Stufe gleichwertig, sind nicht identisch.

Der Magister Artium war traditionell der Abschluss geistes- und sozialwissenschaftlicher Studiengänge wie Germanistik, Geschichte oder Politikwissenschaft. Im Gegensatz zum heutigen System gab es damals keine Trennung in Bachelor und Master. Stattdessen absolvierten Studierende ein langes, zusammenhängendes Studium, das meist fünf Jahre dauerte und mit der Magisterprüfung endete.

Seit dem Bologna-Prozess, der ab den späten 1990er Jahren in Deutschland umgesetzt wurde, wurde die Studienstruktur reformiert. Ziel war es, die Studiengänge international vergleichbarer und transparenter zu machen. So entstanden die heute bekannten Abschlüsse: Bachelor als erster berufsqualifizierender Abschluss, gefolgt vom Master als vertiefende Fortsetzung.

Wer heute einen Magister Artium besitzt, hat einen akademischen Grad, der dem heutigen Master gleichgestellt ist – was bedeutet, dass er den gleichen Wert im Beruf und bei weiteren Qualifikationen hat. Dennoch ist der Titel nicht automatisch austauschbar; er bleibt ein Zeugnis einer anderen Zeit im deutschen Bildungssystem.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen