Das Leben im Hospiz: Würde bis zuletzt

Ein Hospiz ist kein steriles Krankenhaus, sondern ein Ort, an dem Menschen ihre letzten Lebensphasen in Würde und Geborgenheit verbringen können. Meist leben dort bis zu 16 Gäste – so nennt man die Bewohner bewusst – in einer familiären Umgebung. Kleine Zimmer, warme Farben, Blumen auf dem Fensterbrett: Hier geht es darum, sich wie zu Hause zu fühlen.

Der Tagesablauf ist nicht durch starre Regeln geprägt. Es gibt keine festen Essenszeiten, niemand wird zum Frühstück gezwungen. Jeder lebt nach seinen Kräften und Bedürfnissen. Wer morgens länger schlafen möchte, darf das. Wer abends noch eine Tasse Tee trinken will, bekommt ihn – ohne Termine, ohne Hektik.

Im Mittelpunkt steht der Mensch, nicht die Krankheit.

Das medizinische Team, bestehend aus Ärzten, Pflegenden und Seelsorgern, begleitet sanft und respektvoll. Es geht nicht darum, das Unvermeidliche hinauszuzögern, sondern darum, Schmerzen zu lindern, Angst zu nehmen und den verbleibenden Tagen einen Sinn zu geben. Manchmal ist das ein gemeinsames Lachen, manchmal ein stilles Händedrücken.

Viele Hospize liegen ruhig, oft am Ortsrand, umgeben von Garten und Natur. Diese Ruhe tut gut – den Gästen, den Angehörigen, auch den Helfern. Hier dürfen Tränen fließen, ohne dass jemand sagen muss: „Es wird schon wieder.“

Ein Hospiz ist kein Ort des Abschieds vom Leben, sondern ein Ort für das Leben – bis ganz zum Schluss.

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