Wie lang war ein Tag zur Zeit der Dinosaurier?
Stellen Sie sich vor: Die Sonne geht auf, doch der Tag ist kürzer als heute. Klingt seltsam, ist aber wahr. Vor rund 70 Millionen Jahren, als Dinosaurier wie Tyrannosaurus rex und Triceratops die Erde beherrschten, dauerte ein einzelner Tag nicht 24 Stunden – sondern nur 23 Stunden und 31 Minuten.
Warum war das so? Ganz einfach: Die Erde drehte sich damals etwas schneller um ihre Achse als heute. Der Grund liegt in der allmählichen Verlangsamung durch die Gezeitenkräfte des Mondes. Mit der Zeit nimmt die Rotationsgeschwindigkeit der Erde ab – ganz langsam, aber stetig. Seit der Zeit der Dinosaurier hat sich diese Verzögerung über Millionen von Jahren summiert.
Ein spannender Vergleich: Hätten wir damals eine Uhr mitgebracht, würden wir heute feststellen, dass die Erde im Laufe von 70 Millionen Jahren Tausende von Sekunden verloren hat – verteilt über jeden einzelnen Tag. Kein Wunder, dass Wissenschaftler solche Fragen mit Hilfe von Korallenfossilien klären können. Bestimmte Korallen zeigen feine Wachstumsringe, die Aufschluss über die Länge des Tages damals geben.
Die Dinosaurier selbst merkten davon natürlich nichts – ihre biologischen Uhren passten sich ganz selbstverständlich an. Doch für uns heute ist es faszinierend zu bedenken: Die Natur tickt nicht immer im gleichen Rhythmus. Auch die Erde hat ihre eigene Entwicklungsgeschichte – und der Tag war noch nie wirklich „genau 24 Stunden“.
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