Wie lange dreht sich die Erde um sich selbst?

Wenn wir fragen, wie lange die Erde für eine vollständige Drehung um sich selbst braucht, klingt das einfach – schließlich haben wir 24 Stunden pro Tag. Doch die Antwort ist etwas präziser, als es scheint.

Die Erde dreht sich nicht exakt in 24 Stunden einmal um sich selbst. Tatsächlich beträgt die volle Umdrehung bezüglich des fixen Sternhintergrunds – auch siderischer Tag genannt – etwa 23 Stunden, 56 Minuten und 4,1 Sekunden. Das bedeutet, die Erde hat sich nach dieser Zeit wieder in dieselbe Position relativ zu den fernen Sternen gedreht.

Warum sagen wir dann trotzdem, ein Tag habe 24 Stunden? Weil wir uns meist am Sonnenstand orientieren. Zwischen zwei Mittagen – also wenn die Sonne ihren höchsten Punkt am Himmel erreicht – vergehen im Durchschnitt genau 24 Stunden. Dieser sogenannte Sonnentag ist etwas länger als der siderische Tag, weil sich die Erde während ihrer Drehung auch ein Stück auf ihrer Bahn um die Sonne weiterbewegt. Sie muss sich daher ein wenig länger drehen, bis die Sonne wieder im Zenit steht.

Die knapp vier Minuten Unterschied zwischen siderischem und Sonnentag mag klein erscheinen, aber Astronomen und Navigationssysteme müssen diese Nuancen berücksichtigen. Schon nach ein paar Tagen wäre die Abweichung sichtbar: Die Sterne würden abends nicht mehr zur gleichen Zeit am Himmel stehen.

Die Erde dreht sich also in weniger als 24 Stunden um sich selbst – ein Fakt, den viele überraschend finden. Doch genau diese feinen Unterschiede machen unser Zeitverständnis so faszinierend.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen