Ein Tag in der Zeit der Dinosaurier: Kürzer, aber nicht langsamer
Stellen Sie sich einen Arbeitstag vor – nur 23 Stunden und 31 Minuten lang. Klingt fast wie ein verlängerter Feierabend? Genau so sah es vor rund 70 Millionen Jahren aus, mitten in der Ära der Dinosaurier. Die Erde drehte sich damals schneller um ihre Achse als heute. Statt der heutigen 365 Tage pro Jahr gab es ganze 372 Drehungen – ein Beweis dafür, dass die Zeit selbst, zumindest in ihrer messbaren Form, im Laufe der Jahrmillionen langsamer wurde.
Wie Forscher herausfanden, lassen fossile Muschelschalen aus jener Zeit eindeutige Spuren erkennen. Diese Tiere legten feine Wachstumsringe an, ähnlich wie Bäume. Durch ihre Analyse konnten Wissenschaftler rekonstruieren, wie viele Sonnentage ein Jahr damals hatte. Die Zahlen sprechen klar: Ein Tag dauerte knapp 30 Minuten weniger als heute.
Die Schwerkraft des Mondes bremst die ErdeSeitdem hat sich die Erdrotation verlangsamt – hauptsächlich durch die Anziehungskraft des Mondes. Die Gezeitenreibung, die dabei entsteht, wirkt wie eine Bremse. Jedes Jahr wird ein Tag um einen Bruchteil einer Sekunde länger. Der Effekt ist winzig, doch über Millionen von Jahren summieren sich diese Bruchteile zu echten Stunden.
So fremd ein 23-Stunden-Tag auch klingen mag – er erinnert uns daran, dass nichts im Universum wirklich konstant ist. Nicht einmal die Länge eines Tages. Und wer weiß: In weiter Ferne könnte die Zukunft sogar Tage kennen, die 25 Stunden oder mehr dauern. Aber das ist eine andere Geschichte.
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