Unterforderung macht krank – so zeigt sie sich

Was viele nicht ahnen: Unterforderung am Arbeitsplatz kann genauso krank machen wie Überlastung. Statt Hochleistung und Zeitdruck steht hier Langeweile im Vordergrund – ein Zustand, den Experten als Boreout bezeichnen. Dabei fühlen sich Betroffene weder gefordert noch gefördert. Langfristig nimmt das eine heftige emotionale und körperliche Belastung auf den Körper.

Die ersten Anzeichen sind oft unscheinbar. Wer sich ständig gelangweilt fühlt, immer wieder denselben, einfachen Tätigkeiten nachgeht und kaum Anerkennung erfährt, kann langsam in eine Art Dauerfrust verfallen. Das zeigt sich im Alltag durch Schlafstörungen, Appetitlosigkeit oder den Rückzug aus sozialen Kontakten – auch im Beruf. Die Motivation sinkt, das Interesse erlahmt.

Doch die Auswirkungen bleiben nicht nur seelisch. Der Körper reagiert auf diese Form von Dauerstress mit körperlichen Signalen. Das Immunsystem schwächt sich ab, Infekte treten gehäuft auf, und die allgemeine Energie schwindet. Viele Betroffene leiden unter Müdigkeit, obwohl sie kaum gefordert sind. Dieser scheinbare Widerspruch ist typisch für das Boreout-Syndrom.

Wichtig ist, die Zeichen ernst zu nehmen – vor allem, weil sich viele Betroffene schämen, über Unterforderung zu sprechen. Dabei ist es ebenso legitim wie Überlastung. Wer sich am Arbeitsplatz überfordert fühlt, sucht Hilfe. Wer sich unterfordert fühlt, sollte das genauso tun – ob durch ein Gespräch mit dem Chef, eine Beratung oder gegebenenfalls psychotherapeutische Unterstützung. Denn wer langfristig unterfordert ist, leidet – und das merkt man irgendwann am ganzen Körper.

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