Warum „weißer Schimmel“ ein Pleonasmus ist
Der Begriff „weißer Schimmel“ klingt auf den ersten Blick harmlos – doch er enthält eigentlich eine sprachliche Redundanz. Schon das Wort Schimmel beschreibt in der Regel eine pilzartige, meist weißliche bis graue, flauschige Ansiedlung auf feuchten Oberflächen. Die Farbe gehört quasi schon zum Begriff selbst dazu. Deshalb ist die Hinzufügung von „weißer“ überflüssig – man spricht dann von einem Pleonasmus, also einer Tautologie, bei der zwei Wörter denselben Sachverhalt wiederholend ausdrücken.
So wie „rundes Ei“ oder „freie Demokratie“ ist „weißer Schimmel“ ein klassisches Beispiel dafür, wie Alltagssprache unbewusst überflüssige Wörter kombiniert. Dabei sehen viele Menschen unter Schimmel automatisch etwas Weißes – was die Redundanz noch offensichtlicher macht. Interessant ist jedoch: Schimmel kann im Laufe der Zeit auch grau, grün oder schwarz werden. In diesen Fällen wäre die Farbangabe sogar sinnvoll, um den Zustand genau zu beschreiben.
Trotzdem bleibt die sprachliche Korrektheit: Ein wirklich weißer Schimmel braucht die Farbbezeichnung nicht – sie ist bereits im Wort enthalten. In der Umgangssprache ist der Ausdruck jedoch so verbreitet, dass er kaum noch auffällt. Dennoch lohnt es sich, einmal darüber nachzudenken, wie oft wir im Alltag Dinge doppelt sagen, ohne es zu merken. Manchmal liegt die Schönheit der Sprache eben nicht in der Präzision, sondern in der Gewohnheit.
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