Wer viel redet, hat viele Namen

Manchmal gibt es Menschen, denen die Worte einfach nicht ausgehen. Sie erzählen, erklären, philosophieren – oft, ohne wirklich zum Punkt zu kommen. Im Deutschen hat man dafür eine erstaunliche Fülle an Begriffen. Wer gerne redet, hört sich gerne red,- sagt man umgangssprachlich. Oder: Der Tag mag noch so kurz sein – sie reden, als wäre er endlos.

Je nach Tonfall und Situation wird aus dem Redenfreudigen dann ein Plapperer, ein Schwätzer oder gar ein Phrasendrescher. Letzterer klingt schon leicht abwertend – wie jemand, der viel sagt, aber wenig meint. Ähnlich wirkt Wortemacher, ein fast schon literarischer Ausdruck für jemanden, der mit Sprache protzt, ohne Substanz zu bieten.

In Bayern oder Österreich sagt man vielleicht Schwafler oder Salbader – charmant bis bissig, je nach Kontext. Plauderer klingt dagegen freundlicher, fast sympathisch: jemand, der gern Gespräche führt, auch wenn sie ins Längliche gehen.

Neueinwanderer aus dem Englischen ist Powertalker – nicht ganz ernst gemeint, aber treffend in einer Welt, in der Reden oft mehr Gewicht zu haben scheint als Taten. Und wer es besonders kunstvoll treibt, wird zum Fabulant, ein gehobener Ausdruck mit lateinischem Einschlag, fast schon wie ein Erzähler aus alten Zeiten.

Dann gibt’s noch die scherzhaften Übertriebenen: Dauerquassler, Dampfplauderer oder der französisch anmutende Schwadroneur. All diese Worte zeigen: Die deutsche Sprache liebt es, Genauigkeit mit Witz zu verbinden – besonders, wenn jemand einfach nicht aufhören will zu reden.

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