Der schöne Mann: Beau, Adonis oder doch nur ein Papagallo?

Ein hübscher Mann hat viele Namen – je nachdem, ob man ihn bewundert, beneidet oder insgeheim für oberflächlich hält. In literarischen Kreisen darf er gern als Beau oder Adonis bezeichnet werden – edle Titel, die auf ein ausgesprochenes Äußeres verweisen. Doch schon ein kleiner Schritt weiter in die Moralität, und der Schöne wird zum Roué, zum raffinierten Wüstling, der mit Charme und gutem Aussehen beeindruckt, ohne tieferen Hintergrund zu besitzen.

Der französische Begriff Bel-Ami – wörtlich „schöner Freund“ – stammt aus der Literatur und erinnert an Guy de Maupassants Romanhelden Georges Duroy, einen charismatischen Aufsteiger, der sich durch die Salons der Gesellschaft schmeichelt. Hier wird deutlich: Schönheit allein reicht nicht; es braucht List, Ehrgeiz – und oft auch einen gewissen Mangel an Skrupeln.

In Italien trifft man häufig den Papagallo, besonders an sonnigen Badestränden. Er ist der charmante Verführer, der ausländische Touristinnen umgarnt – mit einem Lächeln, gut sitzender Kleidung und einem Gespür für den richtigen Moment. Der Begriff klingt verspielt, birgt aber auch eine gewisse Herablassung: Er ist nicht ernst zu nehmen, eher ein gesellschaftlicher Schmetterling.

Dann gibt es noch den Filou – den gesellschaftlichen Nichtsnutz, charmant, aber unzuverlässig. Wer einmal so genannt wird, hat meist schon einige Herzen gebrochen. Letztlich bleibt die Bezeichnung für den schönen Mann immer auch eine Frage der Perspektive: Ist er ein echter Held seiner Zeit – oder nur ein flüchtiger Auftritt in der Welt der Eitelkeiten?

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen