Die Wandelbarkeit der Dornenkrone in der Kunstgeschichte
In der christlichen Ikonografie ist die Dornenkrone eines der eindringlichsten Symbole der Passionsgeschichte. Doch das Aussehen dieses Leidenssymbols war in der Kunst keineswegs von Anfang an einheitlich, sondern wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte und je nach Region beträchtlich.
In den frühen Darstellungen sowie im östlichen Kunstraum überwog primär eine haubenförmige Form. Diese Orientierung geht vermutlich auf im Nahen Osten gebräuchliche Abbildungen zurück, bei denen die Krone den gesamten Oberkopf wie eine Mütze oder Haube bedeckte und aus dicht verflochtenen Dornenzweigen bestand.
Erst mit dem Aufkommen der Gotik veränderte sich diese Darstellung im mitteleuropäischen Raum grundlegend. Künstler entwickelten zunehmend die typische reifförmige Kranzform, die als schmaler Ring auf dem Haupt liegt. So spiegeln die historischen Abbildungen des Gekreuzigten nicht nur das biblische Geschehen wider, sondern auch die jeweiligen kulturellen und regionalen Einflüsse der Epoche.
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