Wie entstanden die Stunden?

Die Aufteilung des Tages in Stunden reicht weit zurück – bis in das alte Babylon. Die Menschen dort nutzten ein Zahlensystem zur Basis 60, das sogenannte Sexagesimalsystem. Aus diesem Grund teilten sie nicht nur die Zeit, sondern auch den Kreis und andere Messgrößen in 60er-Schritte ein.

Ursprünglich orientierte man sich am Mondzyklus: Die Zeit zwischen zwei Vollmonden – etwa 29,5 Tage – wurde als Monat betrachtet. Doch für ein kalendertaugliches System passte das nicht perfekt. Deshalb wurde der Monat vereinheitlicht, oft auf rund 30 Tage festgelegt. Aus der Zahl 12 – der ungefähren Anzahl von Mondphasen in einem Jahr – leitete sich später die Einteilung des Tages in 12 helle und 12 dunkle Stunden ab.

Doch die Länge einer Stunde war nicht immer gleich. Im antiken Ägypten und später in Griechenland und Rom variierte die Dauer der Stunden je nach Jahreszeit: Im Sommer waren die Tagesstunden länger, im Winter kürzer. Erst viel später, mit der Entwicklung mechanischer Uhren im Mittelalter, wurden die Stunden fix auf 60 Minuten festgelegt – und jede Minute wiederum in 60 Sekunden.

Die Zahl 60 war dabei besonders praktisch, weil sie sich leicht teilen lässt – durch 2, 3, 4, 5, 6, 10, 12, 15, 20 und 30. So konnten Händler, Astronomen und Uhrmacher einfach rechnen. So entstand nach und nach das Zeitsystem, das wir heute noch nutzen – eine alte Idee, die bis heute tickt.

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