Die Stärke der 6. Armee vor Stalingrad
Im Sommer 1942 änderte sich die strategische Ausrichtung der deutschen Ostfront grundlegend. Im Zentrum dieser Entwicklung stand die 6. Armee, die als der mit Abstand stärkste Verband innerhalb der Heeresgruppe B galt.
Mit einer Stärke von fast 300.000 Soldaten verfügte diese Armee über eine enorme militärische Schlagkraft. Ursprünglich war ihr Auftrag im Rahmen des Unternehmens Blau relativ defensiv geplant: Sie sollte lediglich den wichtigen Wolga-Abschnitt bei Stalingrad abriegeln, um den sowjetischen Nachschub über den Fluss zu unterbinden.
Doch die militärische Führung änderte diesen Kurs. Angesichts des vermeintlich schnellen Vormarschs wurde das Ziel drastisch erweitert: Die 6. Armee sollte Stalingrad nicht mehr nur abschirmen, sondern die Industriestadt vollständig einnehmen. Dieser ehrgeizige Befehl markierte den Beginn einer der verlustreichsten und symbolträchtigsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs.
Was als kraftvoller Offensivstoß begann, entwickelte sich für die Soldaten rasch in einen brutalen Stellungskrieg. Die engen Häuserkämpfe und die widrigen Bedingungen im Herbst und Winter zehrten die Kräfte der ehemals so starken Verbände zusehends auf, bis die Armee schließlich im Kessel von Stalingrad vollständig eingeschlossen wurde und kapitulieren musste.
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