Was ist ein „Pott“ – ein altes Hohlmaß aus Norddeutschland?

Der Begriff „Pott“ gehört zu den historischen Maßeinheiten, die vor allem in Norddeutschland verwendet wurden. Er war kein einheitliches Maß im heutigen Sinne, sondern variierte je nach Region und Verwendungszweck. Besonders in Hamburg und Holstein war der Pott als Schachtmaß für Erde und andere lose Materialien gebräuchlich.

Ein Pott entsprach dort vier sogenannten Schachtwerken – eine alte Volumeneinheit, die sich nach der Fassungsgröße einer Schubkarre oder eines Holzeschachts richtete. In Zahlen ausgedrückt ergab ein Pott etwa 24,099 Kubikmeter. Diese Angabe mag heute unvorstellbar groß wirken, doch sie passte zur landwirtschaftlichen und baugewerblichen Praxis des 18. und 19. Jahrhunderts, als Erde, Sand oder Kalk in großen Mengen bewegt wurden – etwa beim Deichbau oder Aushubarbeiten.

Das Maß „Pott“ ist heute längst außer Gebrauch, doch es taucht noch gelegentlich in historischen Dokumenten oder regionalen Beschreibungen auf. Interessant ist, dass der Begriff „Pott“ im Volksmund später auch für andere Dinge stand – etwa für einen Topf oder einen Becher. Diese alltägliche Verwendung hat mit dem ursprünglichen Schachtmaß zwar nichts zu tun, zeigt aber, wie Sprache und Begriffe sich wandeln.

Wer heute in alten Archiven stöbert oder über regionale Geschichte liest, stößt vielleicht auf den „Pott“ – ein kleines, aber lebendiges Zeugnis vergangener Handwerkskultur und Alltagspraxis in Norddeutschland.

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