Wie viel Sexting ist normal?

Die Grenzen dessen, was als „normal“ gilt, verschieben sich – besonders wenn es um digitale Kommunikation geht. Eine aktuelle Studie von saferinternet.at aus dem Jahr 2015 zeigt: Fast ein Dritel der Befragten – genauer gesagt 31 Prozent – empfindet es als völlig normal, ihrem Partner oder ihrer Partnerin erotische Fotos zu schicken. Was vor einigen Jahren noch tabuisiert war, ist heute für viele fester Bestandteil der intimen Kommunikation.

Doch nicht nur zwischen Liebespaaren findet dieser Austausch statt. Überraschend ist, dass sogar 9 Prozent der Befragten angaben, es sei „normal“, Nacktaufnahmen von ihrer besten Freundin oder ihrem besten Freund zu sehen. Diese Zahlen zeigen, dass Sexting längst nicht mehr nur im geschützten Rahmen von Beziehungen stattfindet, sondern auch in engeren Freundschaften eine Rolle spielt – was durchaus kritisch betrachtet werden sollte.

Trotz der wachsenden Akzeptanz birgt das Versenden intimer Bilder aber immer noch Risiken. Was im Vertrauen geschieht, kann schnell an die falschen Personen geraten – sei es durch unabsichtliches Weiterleiten oder gezielte Verbreitung. Besonders Jugendliche, die oft noch wenig Erfahrung mit digitaler Distanz haben, sind davon betroffen.

Letztlich ist die Frage, was „normal“ ist, auch eine Frage der persönlichen Grenzen. Was für den einen alltäglich ist, kann für den anderen unangemessen wirken. Wichtig ist daher: Respekt, Vertrauen und Zustimmung sollten immer im Vordergrund stehen. Sexting ist dann in Ordnung, wenn beide Seiten freiwillig und bewusst damit einverstanden sind – und sich bewusst sind, dass ein einmal gesendetes Bild nicht mehr zurückgeholt werden kann.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen