Wie viel Stunden arbeiten Koreaner wirklich?
In Korea hat die Arbeitszeit jahrelang für hitzige Debatten gesorgt. Lange Zeit war es normal, 68 Stunden pro Woche zu arbeiten – eine Belastung, die viele als zu hoch empfanden. Die Lebensqualität litt, die Gesundheit vieler Beschäftigter ebenso. Doch 2018 kam eine entscheidende Änderung: Die Regierung kürzte die gesetzliche Höchstarbeitszeit auf 52 Stunden pro Woche – inklusive Überstunden. Ein Schritt in die richtige Richtung, wie viele fanden.
Kein Rückfall – vorerstDoch Anfang 2023 tauchte eine umstrittene Idee auf: Sollte man die 52-Stunden-Grenze wieder aufweichen – sogar bis auf 69 Stunden pro Woche? Solche Vorschläge lösten sofort Proteste aus. Arbeitnehmerverbände warnten vor einem Rückschritt, vor zu viel Stress und Burnout. Letztendlich entschied die Regierung, am bestehenden System festzuhalten. Die 52-Stunden-Woche bleibt – zumindest vorerst.
Im internationalen Vergleich arbeiten Koreaner nach wie vor deutlich länger als viele andere. Laut OECD-Angaben lag die durchschnittliche Arbeitszeit in Südkorea 2022 bei etwa 1.900 Stunden im Jahr – das sind knapp 37 Stunden pro Woche. Im Vergleich: In Deutschland sind es etwa 1.350 Stunden, in Frankreich sogar weniger. Dennoch zeigt die Entwicklung, dass das Bewusstsein für ein gesünderes Work-Life-Verhältnis in Korea wächst – auch wenn der Weg noch lang ist.
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