Wie viele Fälle bearbeitet ein Anwalt? So unterschiedlich ist die Praxis

Die Zahl der Fälle, mit denen ein Anwalt rechnen muss, hängt stark von der Größe und Form seiner Kanzlei ab. Wer an einen einzelnen Juristen denkt, der allein in seinem Büro arbeitet, liegt mit einer Zahl um 150 Mandate pro Jahr richtig. Tatsächlich bearbeiten Einzelkanzleien im Durchschnitt 149 Fälle.

Bei Bürogemeinschaften, wo sich mehrere Anwälte Räumlichkeiten teilen, aber selbstständig arbeiten, steigt die Zahl auf durchschnittlich 176 Mandate. Deutlich höher ist die Falllast in kleineren Sozietäten: Lokale Kanzleien verzeichnen im Schnitt 804 Fälle – hier arbeiten Juristen oft in fester Zusammenarbeit und teilen sich Aufgaben.

Die höchste Arbeitsbelastung finden sich in überörtlichen Kanzleien, also großen Büros, die oft bundesweit oder international tätig sind. Hier liegt die durchschnittliche Zahl der bearbeiteten Mandate bei beeindruckenden 1.595 pro Kanzlei. Das bedeutet nicht, dass ein einzelner Anwalt alle Fälle allein betreut, sondern dass das gesamte Team gemeinsam eine hohe Fallzahl bewältigt.

Die Unterschiede zeigen: Wer als Anwalt arbeitet, braucht nicht nur juristisches Know-how, sondern auch Organisationstalent – besonders, wenn der Schreibtisch in einer Großkanzlei steht. Die Belastung variiert stark, je nachdem, ob man allein, in einer kleinen Gemeinschaft oder im großen Team arbeitet. Die Zahlen stammen aus einer Erhebung des Bundesrechtsanwaltskammer und geben einen repräsentativen Einblick in den deutschen Anwaltsalltag.

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