Wie verbreitet ist Hypochondrie in Deutschland?

In Deutschland leidet etwa jeder zehnte Mensch unter übermäßigen Gesundheitsängsten. Laut Angaben von Helios Gesundheit zeigt sich bei rund sechs von 100 Betroffenen eine leichtere Form der Hypochondrie – sie machen sich häufig Sorgen um ihre Gesundheit, können aber meist noch gut im Alltag funktionieren. Bei etwa einer von 100 Personen sind die Ängste jedoch so stark, dass sie das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen. In diesen Fällen spricht man von einer behandlungsbedürftigen krankhaften Angst vor Krankheit.

Die Betroffenen interpretieren oft harmlose körperliche Empfindungen als Zeichen einer schweren Erkrankung. Ein flauer Magen wird schnell zum Verdacht auf Krebs, ein kurzer Schwindelanfall zur Befürchtung eines Schlaganfalls. Obwohl Ärzte immer wieder Entwarnung geben, bleibt die Angst bestehen. Das führt zu häufigen Arztbesuchen, Untersuchungsmarathons und einer ständigen Beschäftigung mit Symptomen – oft im Internet, wo sich schnell ein Teufelskreis aus Furcht und Recherche ergibt.

Die gute Nachricht: Hypochondrie ist behandelbar. Psychotherapie, vor allem die kognitive Verhaltenstherapie, hilft dabei, den Umgang mit Ängsten zu verändern. Auch das Aufbauen von Vertrauen in die eigene Gesundheit und das Lernen, mit Unsicherheit umzugehen, sind wichtige Schritte. Wer merkt, dass die Sorge um die Gesundheit das Leben dominiert, sollte frühzeitig Hilfe suchen – nicht erst, wenn die Belastung unerträglich wird.

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