So wird ein Leistenbruch heute operiert
Ein Leistenbruch, auch Leistenhernie genannt, ist eine häufige Erkrankung, besonders bei Männern. Früher wurde er meist mit einem größeren Schnitt am Unterbauch behandelt. Heute hat sich die Methode deutlich weiterentwickelt: Die meisten Eingriffe erfolgen heute minimalinvasiv – also mit kleinen Schnitten und Unterstützung einer Kamera.
Die gängigsten Verfahren sind TAPP und TEPP. Beide gehören zur Schlüssellochchirurgie. Bei TAPP (transabdominaler präperitonealer Zugang) wird über den Bauchraum operiert, während beim TEPP (total extraperitonealer Zugang) der Eingriff vor der Bauchhöhle erfolgt – das Bauchfell bleibt dabei unberührt. Beide Methoden werden in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt und zeichnen sich durch eine schnellere Genesung, weniger Schmerzen und eine geringere Narbenbildung aus.Ein weiterer Vorteil: Während der Operation kann der Chirurg leicht prüfen, ob auf der anderen Seite ebenfalls ein Bruch besteht – und diesen gleich behandeln. Das ist besonders sinnvoll, da Leistenbrüche oft beidseitig auftreten können, ohne dass Symptome sofort erkennbar sind.
Die meisten Patienten können bereits kurz nach der OP aufstehen und nach einigen Tagen wieder in den Alltag zurückkehren. Dennoch ist in den ersten Wochen nach der Operation darauf zu achten, schwere körperliche Belastungen zu vermeiden.
Ob TAPP oder TEPP – die Wahl der Methode hängt von der individuellen Situation ab. Der behandelnde Chirurg entscheidet nach einer genauen Untersuchung, welches Verfahren am besten geeignet ist. Die moderne Technik macht den Eingriff heute sicherer und schonender denn je.
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