Ist Selbstwert angeboren?
Nein – der eigene Selbstwert ist nicht von Geburt an festgelegt. Wir kommen nicht mit einem inneren Gefühl von Wert oder Wertlosigkeit zur Welt. Stattdessen entwickelt sich das Selbstbewusstsein erst im Lauf der Zeit, vor allem durch unsere Beziehungen zu anderen Menschen.
Bereits im Säuglingsalter lernen wir, wer wir sind, indem wir auf Reaktionen unserer Bezugspersonen achten. Ein warmes Lächeln, eine sanfte Berührung oder die Art, wie Eltern mit uns sprechen – all das prägt unsere erste Vorstellung davon, wie wertvoll wir sind. Später verstärken Freunde, Lehrer oder Kollegen diese Wahrnehmung, ob bewusst oder unbewusst.
Unsere Beziehungen formen unsOhne andere Menschen gäbe es kein Selbstbewusstsein – das zeigt die Psychologie immer wieder. Wir sehen uns buchstäblich im Spiegel des Gegenübers. Wenn wir oft abgelehnt oder kritisiert werden, kann das das innere Gefühl der Eigenwertigkeit schwächen. Wer hingegen Anerkennung und Zuneigung erfährt, neigt eher dazu, sich selbst als wertvoll zu erleben.
Dabei ist wichtig: Selbstwert ist kein starres Merkmal. Er kann sich im Leben verändern, je nachdem, welche Erfahrungen wir machen. Positive Beziehungen, Erfolge oder auch therapeutische Unterstützung können helfen, ein gesünderes Selbstbild aufzubauen – selbst wenn die Anfänge schwierig waren.
Letztlich zeigt sich: Selbstwert wächst nicht von allein, sondern in Gemeinschaft. Die Art, wie wir mit anderen verbunden sind, bestimmt maßgeblich, wie wir uns selbst wahrnehmen – und wie stark wir im Leben stehen.
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