Warum Kaffee keinen Rausch vertreibt

Wer nach einer durchfeierten Nacht oder einem zu langen Abend auf Alkohol setzt, greift oft zum Kaffee – in der Hoffnung, damit schneller wieder klar im Kopf zu werden. Doch das funktioniert nicht so, wie viele denken.

Kaffee macht nicht nüchtern, auch wenn er munter wirkt. Das in ihm enthaltene Koffein kann die müde machende Wirkung des Alkohols zwar teilweise überdecken. Man fühlt sich wacher, aufmerksamer, vielleicht sogar etwas klarer im Kopf. Doch das ist trügerisch: Die geistige Leistungsfähigkeit bleibt beeinträchtigt, denn der Körper braucht weiterhin Zeit, um den Alkohol abzubauen – unabhängig vom Kaffeegenuss.

Studien zeigen, dass Menschen, die nach dem Trinken Kaffee zu sich nehmen, sich oft sicherer fühlen, als sie es tatsächlich sind. Diese falsche Selbsteinschätzung kann gefährlich werden. Wer glaubt, nach zwei Cappuccino wieder fit zum Autofahren zu sein, irrt meistens. Die Reaktionsschnelligkeit, die Konzentration und die Urteilskraft sind weiterhin eingeschränkt – auch wenn der Körper nicht mehr so müde wirkt.

Vor allem in Diskotheken oder bei Partys wird Kaffee manchmal als „Sofort-Hilfe“ gegen Betrunkenheit beworben. Doch Experten warnen: Der Genuss von Kaffee nach Alkohol verhindert keine Alkoholfolgen, sondern verschleiert sie nur. Der Körper bleibt betrunken – auch wenn das Bewusstsein etwas klarer erscheint.

Der einzige sichere Weg, um wieder nüchtern zu werden? Zeit. Der Stoffwechsel braucht mehrere Stunden, um Alkohol vollständig abzubauen. Kaffee hilft dabei nicht – aber viel Wasser, Ruhe und Geduld können.

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