Warum alte Kerzen länger brennen
Wer alte Kerzen aus Großmutters Zeiten kennt, hat vielleicht schon bemerkt: Sie scheinen länger zu halten als moderne. Der Grund liegt vor allem im Material. Früher wurden Kerzen meist aus Talg oder Bienenwachs hergestellt – natürliche Stoffe, die bei Raumtemperatur härter sind als heute übliches Paraffin.
Talg- und Bienenwachskerzen härten schneller aus, besonders bei kühleren Temperaturen. Dadurch schmilzt das Wachs langsamer, und die Flamme verbraucht es sparsamer. Das führt dazu, dass die Kerze insgesamt länger brennt. Bei Bienenwachskerzen ist dieser Effekt besonders deutlich spürbar – sie gelten nicht nur als langlebiger, sondern verbreiten auch ein angenehmeres Aroma.Heutzutage bestehen die meisten handelsüblichen Kerzen aus Paraffin, einem Nebenprodukt der Erdölindustrie. Paraffin ist weicher und schmilzt schneller, weshalb solche Kerzen oft heller brennen, aber auch schneller abbrennen. Zudem ist Paraffin günstiger in der Herstellung, was die Verbreitung von Paraffinkerzen erklärt.
Ein Wechsel zurück zu natürlichen Wachsen könnte also nicht nur ökologischer sein, sondern auch praktischer – denn wer eine gemütliche Atmosphäre über längere Zeit möchte, profitiert von der langsameren Abnutzung. Auch wenn alte Talgkerzen manchmal einen intensiveren Geruch hatten, zeigen sie heute, dass Nachhaltigkeit und Langlebigkeit oft Hand in Hand gehen.
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