Wird man mit dem Alter ängstlicher?

Die Vorstellung, dass ältere Menschen automatisch ängstlicher werden, ist ein weit verbreitetes Klischee – doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Laut Studien leiden etwa sieben Prozent der über 65-Jährigen an einer Angststörung, insbesondere an einer Phobie. Diese Zahl unterscheidet sich kaum von der in jüngeren Altersgruppen. Das bedeutet: Das Alter allein macht nicht ängstlicher.

Allerdings ist es so, dass bestimmte Ängste im höheren Lebensalter anders erlebt oder wahrgenommen werden können. Wer beispielsweise gesundheitliche Einschränkungen hat oder den Verlust von Bezugspersonen verarbeitet, kann durchaus verständliche Ängste entwickeln. Doch das ist nicht dasselbe wie eine klinisch relevante Angststörung. Viele ältere Menschen zeigen im Laufe ihres Lebens sogar eine wachsende emotionale Stabilität und Lebenszufriedenheit.

Interessant ist auch der Geschlechterunterschied: Frauen sind über alle Altersgruppen hinweg deutlich häufiger von Phobien betroffen als Männer – im Alter sogar doppelt so oft. Warum das so ist, wird noch erforscht, doch psychosoziale Faktoren wie Lebenserfahrungen, gesellschaftliche Rollen und biologische Unterschiede könnten eine Rolle spielen.

Wichtig ist: Angst im Alter ist kein unvermeidlicher Begleiter. Wer merkt, dass Sorgen das tägliche Leben beeinträchtigen, sollte Hilfe suchen. Psychotherapie und manchmal auch medikamentöse Behandlung können gut helfen – unabhängig vom Lebensalter. Das zeigt: Es ist nie zu spät, sich besser zu fühlen.

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