Wird man bei einer Vollnarkose beatmet?

Ja, in den meisten Fällen wird ein Patient während einer Vollnarkose künstlich beatmet. Wenn ein Mensch unter Vollnarkose steht, schlafen nicht nur sein Bewusstsein, sondern auch wichtige Reflexe wie die selbstständige Atmung tiefgreifend aus. Deshalb kann der Körper die Atmung nicht mehr eigenständig aufrechterhalten – hier springt die künstliche Beatmung ein.

Die Narkose wird meist durch eine Injektion in die Vene eingeleitet, mit Mitteln, die zentral wirken: Sie betäuben Schmerzempfinden und erzeugen einen schlafähnlichen Zustand. Oft kommen zusätzlich Muskelrelaxanzien zum Einsatz, also Mittel, die die Muskulatur entspannen, um beispielsweise einen operativen Eingriff im Bauch- oder Brustbereich zu erleichtern. Diese Medikamente beeinflussen aber auch die Atemmuskulatur – ein weiterer Grund, warum die Beatmung notwendig wird.

Ein Beatmungsgerät übernimmt während der Operation die Atmung. Es führt Sauerstoff über einen Schlauch – meist über eine Maske oder einen Tubus im Rachen – in die Lunge. Der Anästhesist überwacht die Vitalfunktionen ständig, um auf Veränderungen sofort reagieren zu können. Nach der Operation wird das Gerät langsam abgeschaltet, sobald der Patient wieder selbst atmen kann.

Obwohl die Vorstellung, beatmet zu werden, für viele beunheimlich klingt, ist dieses Verfahren hoch entwickelt und sicher. Es gehört zur Routine in modernen Operationssälen. Die genaue Vorgehensweise hängt immer vom individuellen Zustand des Patienten und der Art des Eingriffs ab – aber eines ist klar: Die Beatmung während der Narkose schützt und sichert das Wohl des Patienten.

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