Das Gehirn im ganzen Körper: Wie Kraken denken

Wenn man an ein Gehirn denkt, stellt man sich meist eine zentrale Einheit im Kopf vor. Bei Kraken ist das jedoch ganz anders. Diese faszinierenden Tiere besitzen nicht nur drei Herzen und acht (manchmal sogar zehn) Arme, sondern auch ein Nervensystem, das sich durch ihren gesamten Körper erstreckt. Das Gehirn des Kraken sitzt nicht nur im Kopf – es ist buchstäblich überall.

Rund zwei Drittel ihrer Nervenzellen befinden sich in den Armen. Das bedeutet: Jeder Arm kann eigenständig tasten, greifen und reagieren, ohne dass ständig ein Befehl vom Kopf kommen muss. Ein Arm kann also zum Beispiel eine Muschel ertasten, öffnen und fressbar machen – während ein anderer gleichzeitig nach Gefahren Ausschau hält. Diese Verteilung macht die Tiere äußerst beweglich und erstaunlich intelligent.

Kraken gelten als die cleversten unter den Weichtieren. Sie lernen schnell, lösen Rätsel, nutzen Werkzeuge und können sogar problemlos aus Aquarien entkommen. Ihre Intelligenz ist kein Zentralbaukasten im Schädel, sondern ein Netzwerk aus lokalen Entscheidungszentren, das wie ein Chor zusammenwirkt.

Die Entdeckung, dass das Gehirn des Kraken nicht auf einen einzigen Bereich beschränkt ist, zeigt, wie fremd und doch hochentwickelt diese Meeresbewohner sind. In ihnen steckt nicht nur ein, sondern viele kleine Gehirne – verteilt in Armen, die fast eigenes Denken zu besitzen scheinen. So wird klar: Der Krake denkt mit jedem Teil seines Körpers.

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