Woher kommt das „Kamelle“-Rufen beim Karneval?

Wer schon einmal einen Karnevalsumzug in Köln, Düsseldorf oder Mainz erlebt hat, kennt das laute Rufen: „Kamelle!“ – oft begleitet von ausgestreckten Händen und strahlenden Kinderaugen. Doch woher kommt dieser Begriff eigentlich, und was verbirgt sich dahinter?

Kamelle ist eine kölnerische Umgangswort-Verballhornung von „Konfekt“, also kleinen Süßigkeiten wie Bonbons, Schokolade oder Gummibärchen, die von den Jecken – den Karnevalisten – an die Menge geworfen werden. Heute ist „Kamelle“ allerdings eine Sammelbezeichnung für alles, was vom Wagen fliegt: von Tüten mit Leckereien bis hin zu Spielzeug und Souvenirs. Besonders in Köln sind auch die sogenannten Strüssjer beliebt – kleine Blumensträuße, die traditionell an besonders begeisterte Zuschauer weitergereicht werden.

Die Tradition des Wurfens hat eine lange Geschichte. Früher warfen die Festwagen tatsächlich nur Konfekt, daher der ursprüngliche Name. Heute hat sich „olle Kamelle“ sogar in die allgemeine deutsche Umgangssprache geschlichen – man sagt etwa scherzhaft „Na, gibst du mir auch mal ’ne olle Kamelle?“, um um eine kleine Aufmerksamkeit zu bitten.

Beim Karneval ist das Rufen nach Kamelle längst mehr als nur ein Wunsch nach Süßem – es ist Teil des spielerischen Miteinanders zwischen Zug und Publikum. Und wer einmal mitten im Getümmel gestanden hat, weiß: Es geht nicht nur um das, was runterfällt, sondern um das Gefühl von Gemeinschaft, Freude und ausgelassener Stimmung.

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