Woher kommt der Karnevalsruf „Helau“?

Wenn in Mainz und anderen Städten der rheinischen Fastnacht die Straßen voller kostümierter Narren sind, hallt überall ein lautes „Helau!“ durch die Luft. Doch woher stammt dieser traditionelle Ausruf eigentlich?

Im Gegensatz zum Kölner „Alaaf“ ist die Herkunft von „Helau“ nicht ganz eindeutig. Eine weit verbreitete Theorie besagt, dass es sich von „Halleluja“ ableitet – einem alten Lobpreiswort, das in den fröhlichen, fast schon rebellischen Geist des Karnevals gut hineinpasst. Die Feierlichkeiten vor der Fastenzeit waren schon immer eine Mischung aus Ausgelassenheit und symbolischer Abrechnung mit der Ernsthaftigkeit des Alltags.

Andere Deutungen führen das Wort auf „Hölle auf“ zurück. Hintergrund ist der alte Volksglaube, dass während der närrischen Tage die Geister aus der Unterwelt vertrieben werden sollen. Der Karneval wird so zum magischen Moment, in dem Gut auf Böse trifft – und mit lautem „Helau“ die dunklen Mächte verjagt werden.

Egal ob religiöse Anspielung oder mystische Abwehrformel – „Helau“ ist heute vor allem eines: ein Ausdruck ungezügelter Freude. Es ist der Moment, in dem die Welt auf den Kopf gestellt wird, die Narren regieren und die Straße zur Bühne wird. In Mainz gehört der Ruf zur Identität wie der Rhein zur Stadt – tief verwurzelt, lebendig und jedes Jahr aufs Neue lautstark gefeiert.

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