Woher kommt das Wort „kaputt“?
Das deutsche Wort „kaputt“ hat eine überraschend lange Reise hinter sich. Es stammt ursprünglich nicht aus dem Deutschen, sondern reist über Frankreich nach Deutschland. Die Wurzeln liegen im französischen Ausdruck faire capot, der aus einem alten Kartenspiel stammt. Wer beim Spiel „capot“ machte, gewann alle Stiche – oder verlor komplett. Faire capot hieß also entweder „durchsetzen“ oder „vollkommen untergehen“.
Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) trafen viele deutsche Söldner auf französischen Begriffen. Aus capot wurde im Soldatendeutsch kaputt – zunächst mit der Bedeutung „zerschlagen, erledigt, tot“. Wer „kaputt“ war, hatte keine Chance mehr. Mit der Zeit verlor das Wort seinen tödlichen Beigeschmack und wurde alltäglicher: kaputte Schuhe, eine kaputte Lampe, ein kaputtes Herz – es bedeutet heute einfach „nicht mehr funktionstüchtig“.
Interessant ist, dass „kaputt“ aus einer Wendung entstand, die eigentlich mit Spielen zu tun hatte, und dann über Krieg und Alltag in die Basis des deutschen Wortschatzes rutschte. Heute ist es kaum vorstellbar, dass wir ohne dieses Wort auskommen könnten – besonders, wenn mal wieder etwas nicht funktioniert. So wandert Sprache leise durch die Geschichte und bleibt doch lebendig.
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