Woher kommt das Wort „Herbst“?

Die Jahreszeit, die wir heute als Herbst kennen, verdankt ihren Namen einer jahrhundertealten Tradition: der Ernte. Der Begriff „Herbst“ hat seine Wurzeln in alten Sprachen und erinnert an eine Zeit, in der das Leben eng mit der Natur und dem Ackerbau verbunden war. Sprachgeschichtlich lässt sich das Wort zurückführen zum lateinischen „capere“, was so viel wie „pflücken“ oder „ergreifen“ bedeutet. Ebenso verwandt ist das altgriechische „karpós“, das „Frucht“ oder „Ertrag“ heißt.

Im englischen Sprachraum sieht man diesen Zusammenhang noch deutlicher: Dort heißt der Herbst „harvest“, was direkt „Ernte“ bedeutet. Auch im Deutschen war diese Bedeutung ursprünglich zentral – der Herbst war schlicht die Erntezeit. Zu dieser Jahreszeit wurden die Früchte des Sommers eingebracht: Äpfel, Kartoffeln, Getreide und andere Feldfrüchte. Noch heute spürt man diese Verbindung in regionalen Herbstfesten, Kürbisfesten oder Erntedankmahlen.

So ist der Herbst mehr als nur eine Übergangszeit zwischen Sommer und Winter. Er ist eine Zeit des Beschlusses, des Dankes und der Vorbereitung auf die kältere Jahreszeit. Und das kleine Wörtchen „Herbst“ trägt in sich die Geschichte einer ganzen Kultur – eine Geschichte von Arbeit, Natur und Jahresrhythmus.

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