Sind Flashbacks Dissoziation? Ein Blick in die Tiefen der Psychologie
Wenn Menschen von traumatischen Erlebnissen oder schweren Krisen betroffen sind, tauchen in der psychologischen und medizinischen Fachliteratur oft Begriffe auf, die auf den ersten Blick ähnlich klingen, sich in ihrer genauen Definition jedoch stark voneinander unterscheiden. Zu den am häufigsten diskutierten Phänomenen gehören Flashbacks und Dissoziationen.
Um die Frage zu beantworten, ob Flashbacks eine Form der Dissoziation sind, lohnt sich ein genauer Blick auf die neurobiologischen und psychologischen Prozesse im menschlichen Gehirn.
Was ist ein Flashback?
Ein Flashback ist ein plötzliches, unwillkürliches Wiedererleben eines traumatischen Ereignisses.
Intensive Sinneswahrnehmungen: Ein Flashback ist nicht nur eine normale Erinnerung.
Er geht oft mit den originalen Sinneseindrücken einher – wie bestimmten Gerüchen, Geräuschen, Körperempfindungen oder visuellen Bildern. Emotionaler Ausnahmezustand: Das Nervensystem reagiert so, als bestünde akute Lebensgefahr. Panik, blanke Angst, Hilflosigkeit oder Wut fluten den Körper, obwohl die reale Situation im Hier und Jetzt eigentlich sicher ist.
Auslöser (Trigger): Meistens wird ein Flashback durch sogenannte Trigger ausgelöst – das können harmlose Reize sein, die eine unbewusste Brücke zum Trauma schlagen (z. B. ein bestimmtes Geräusch oder eine Tonlage).
Was bedeutet Dissoziation?
Unter Dissoziation versteht die Psychologie eine Schutzfunktion der Psyche. Wenn ein Ereignis oder Schmerz so überwältigend ist, dass das Gehirn es nicht verarbeiten kann, „schaltet“ es quasi einen Puffer dazwischen.
Abspaltung von Bewusstseinsanteilen: Wahrnehmung, Erinnerung, Identität oder das Gefühl für den eigenen Körper werden zeitweise voneinander getrennt oder „abgespalten“.
Typische Formen: Dazu gehören das Gefühl, neben sich zu stehen und sich von außen zu beobachten (Depersonalisation) oder die Umgebung wie durch einen Schleier, unwirklich oder wie im Film wahrzunehmen (Derealisation).
Die Verbindung: Gehören sie zusammen?
Die kurze Antwort lautet: Flashbacks und Dissoziation sind eigenständige Phänomene, sind aber extrem eng miteinander verknüpft und überschneiden sich häufig.
Flashbacks als dissoziativer Prozess: Viele Expertinnen und Experten ordnen Flashbacks dem Spektrum der dissoziativen Symptome zu, da während eines Flashbacks die Verbindung zur aktuellen Realität (dem Hier und Jetzt) ganz oder teilweise verloren geht.
Das Bewusstsein ist gleichsam in der Vergangenheit gefangen. Dissoziation als Nährboden: Häufig geht einem Flashback ein unbemerkter dissoziativer Zustand voraus, oder die Betroffenen dissoziieren während des Flashbacks massiv, um den extremen Schmerz des Wiedererlebens abzuwehren.
Hast du das Gefühl, dass du oder jemand in deinem Bekanntenkreis genau verstehen möchte, wie man solche intensiven Momente im Alltag besser bewältigen kann?
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