Warum macht Espresso mich müde statt wach?
Es ist paradox: Viele Menschen greifen morgens zum Espresso, um wach und konzentriert zu werden. Doch manchmal folgt statt Energiegefühl plötzliche Müdigkeit. Das klingt verwirrend, ist aber erklärbar.
Der Grund liegt in der Wirkung von Koffein auf den Körper. Normalerweise steigert Koffein die Wachsamkeit, indem es Adenosin-Rezeptoren im Gehirn blockiert. Adenosin ist eine Chemikalie, die sich im Laufe des Tages ansammelt und Müdigkeit signalisiert. Koffein täuscht dem Körper vor, weniger Adenosin da zu sein – kurzzeitig fühlen wir uns wacher.
Bei manchen Menschen führt Koffein jedoch zum gegenteiligen Effekt. Eine mögliche Erklärung: Der Körper reagiert mit einer gesteigerten Stressreaktion. Koffein kann die Ausschüttung von Adrenalin und Cortisol anregen, was zu Unruhe, dann aber zu Erschöpfung führt – ähnlich wie bei einem Energiesaug nach einem Zuckerhoch.
Weitere Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Menschen mit schlechten Schlafgewohnheiten können durch Koffein zwar kurzfristig wacher wirken, doch die tiefliegende Müdigkeit bleibt. Zudem baut sich im Laufe der Zeit Koffeintoleranz auf: Wer täglich Kaffee trinkt, braucht immer mehr, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Wenn die Wirkung nachlässt, kehrt die Müdigkeit stärker zurück.
Wenn Espresso dich müde macht, könnte es helfen, die Menge zu reduzieren, auf besseren Schlaf zu achten oder Pausen vom Koffein einzulegen, um die Empfindlichkeit wiederherzustellen. Manchmal ist weniger eben mehr.
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