Ganz ohne Umschweife: Hinter der unscheinbaren Präposition per verbirgt sich heute fast ausschließlich der Akkusativ. Wer „per Brief“, „per E-Mail“ oder „per Mausklick“ schreibt, bewegt sich auf sicherem Terrain. Dennoch geistert der Dativ als historisches Relikt durch manche Amtsstube. In der modernen Standardsprache gilt jedoch das Credo: Nach „per“ folgt das Wen-oder-Was. Ein kurzes Wort, eine klare Regel, und doch stolpern selbst Muttersprachler regelmäßig über die versteckten Fallstricke dieser lateinischen Erbschaft, die unser tägliches Schreiben prägt.

Etymologische Wurzeln und das grammatikalische Erbe

Warum bereitet uns ein Dreibuchstabenwort solche Kopfschmerzen? Ein Blick in die Sprachgeschichte offenbart die Wurzel des Übels. „Per“ entstammt dem Lateinischen und fungierte dort als klassische Präposition mit dem Akkusativ. Als das Wort seinen Siegeszug in die deutsche Kanzleisprache antrat, schleppte es diese lateinische DNA einfach mit. Doch Deutsch ist eine lebendige, bisweilen eigensinnige Materie. Im Laufe der Jahrhunderte versuchten findige Grammatiker, „per“ in das heimische System zu zwängen. Da viele deutsche Präpositionen wie „mit“ oder „von“ den Dativ verlangen, bildete sich eine Art Analogiefehler heraus, der besonders in der Korrespondenz des 19. Jahrhunderts tiefe Spuren hinterließ.

Heute ist dieser Wildwuchs weitgehend beschnitten. Der Duden und andere Instanzen haben ein Machtwort gesprochen. Dennoch begegnen uns Konstruktionen wie „per Ende des Monats“, die synt

Häufige Stolperfallen und Experten-Tipps

In der täglichen Schreibpraxis lauern bei der Präposition per oft subtile Fehlerquellen, die selbst erfahrenen Muttersprachlern Kopfzerbrechen bereiten. Die größte Schwierigkeit besteht in der Entscheidung, wann der Artikel weggelassen werden darf. Grundsätzlich gilt: Folgt auf per direkt ein Substantiv ohne Begleiter, bleibt die Endung meist unsichtbar, was fälschlicherweise oft als Nominativ interpretiert wird. Ein klassischer Fehler ist zudem die Vermischung von lateinischen und deutschen Konstruktionen. Während per pedes eine feststehende Wendung ist, wirkt die Kombination von per mit rein umgangssprachlichen Begriffen oft deplatziert.

Experten-Tipp: Wenn Sie unsicher sind, nutzen Sie die Ersatzprobe. Lässt sich per durch „mit“ oder „durch“ ersetzen und verlangt der Satzbau dann eindeutig einen Fall, liegt bei per fast immer der Akkusativ vor. Achten Sie besonders auf maskuline Formen im Singular: Es heißt korrekt „per einen Klick“ und nicht „per ein Klick“. In professionellen Geschäftsbriefen empfiehlt es sich zudem, bei abstrakten Begriffen auf den Artikel zu verzichten (z. B. „per Einschreiben“), um einen präzisen, amtlichen Stil zu wahren. Vermeiden Sie es jedoch, per als Allzweckwaffe zu nutzen; oft ist das schlichte „mit“ die elegantere und weniger steife Wahl.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Heißt es „per Handschlag“ oder „per Handschlags“?

Die korrekte Form ist per Handschlag. Da die Präposition per den Akkusativ regiert, fällt die Genitiv-Endung „-s“ weg. In der maskulinen Form ist der Akkusativ bei Nullartikeln (Substantiven ohne Begleiter) nicht von anderen Fällen zu unterscheiden, aber der Genitiv ist hier definitiv falsch.

Kann „per“ auch mit dem Dativ verwendet werden?

In der Standardsprache ist der Dativ nach per nicht vorgesehen. Dennoch begegnet man ihm gelegentlich in regionalen Dialekten oder veralteten Texten. Wer rechtssicher und grammatikalisch einwandfrei formulieren möchte, sollte jedoch konsequent auf den Akkusativ setzen, sobald ein Artikel oder ein Adjektiv eine Beugung erforderlich macht.

Wie verhält es sich bei Zeitangaben wie „per Ende des Monats“?

Dies ist eine spezielle kaufmännische Ausdrucksweise. Hier fungiert per eher als Zeitpartikel im Sinne von „zu“ oder „mit Ablauf von“. Auch wenn es fachsprachlich akzeptiert ist, bezieht sich der Kasus hier oft auf das folgende Substantivgefüge. Im Zweifel fahren Sie mit der Akkusativ-Logik („per nächsten Ersten“) auch hier am sichersten.

Fazit der Redaktion

Die Verwendung von per ist ein Paradebeispiel für die Flexibilität der deutschen Sprache im Spannungsfeld zwischen lateinischem Erbe und moderner Effizienz. Mein persönliches Fazit lautet: Mut zur Lücke beim Artikel, aber Präzision bei der Beugung, wenn der Artikel doch einmal nötig ist. Die Präposition verleiht Texten eine gewisse Dynamik und Professionalität, solange man sie nicht überstrapaziert. Wer den Akkusativ als festen Partner von per im Hinterkopf behält, umschifft die meisten grammatikalischen Klippen souverän.