Groß- oder Kleinschreibung bei Wochentagen: Wann schreibt man „dienstags“ groß?
In der deutschen Rechtschreibung gehört die Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinschreibung zu den häufigsten Stolpersteinen. Besonders bei Zeitangaben und Wochentagen herrscht oft Unsicherheit: Heißt es dienstags oder Dienstags? Die kurze Antwort lautet: In den allermeisten Fällen wird das Wort klein geschrieben.
Warum das so ist, wie Ausnahmen aussehen und worauf du bei bestimmten Ausdrücken achten musst, erfährst du in diesem ausführlichen Ratgeber.
Die Grundregel: Adverbiale Zeitangaben
Wenn du ausdrücken möchtest, dass etwas an jedem Dienstag oder an einem bestimmten (wiederkehrenden) Dienstag passiert, handelt es sich um ein Adverb (Umstandswort).
Beispiel: „Dienstags gehe ich immer zum Sport.“
Beispiel: „Wir haben uns dienstags im Park getroffen.“
In diesen Fällen beschreibt das Wort dienstags näher, wann etwas stattfindet. Historisch gesehen handelt es sich hierbei um einen alten Genitiv (des Tages -> dienstags), der heute jedoch als unveränderliches Adverb eingestuft wird. Das bedeutet ganz konkret: Wochentage mit der Endung -s zur Bezeichnung einer wiederkehrenden Handlung werden grundsätzlich klein geschrieben.
Der Blick auf den Kalender: Wann schreibt man „Dienstag“ groß?
Es gibt allerdings Situationen, in denen der Wochentag ganz klar ein Nomen (Substantiv) ist. Immer dann, wenn ein Artikel, ein Pronomen oder eine Präposition davor steht, die sich direkt auf den Tag beziehen, greift die Großschreibung.
Mit Artikel: „Der Dienstag ist mein Lieblingstag.“
Mit Präposition und Artikel: „Am Dienstag habe ich eine wichtige Prüfung.“
Hier ist Dienstag der Name des Wochentags und wird als Hauptwort großgeschrieben. Der Unterschied zu dienstags ist also oft nur ein Buchstabe, entscheidet aber über die grammatikalische Korrektheit.
Typische Fehlerquellen und Stolpersteine
Besonders im digitalen Alltag – in Chats, E-Mails oder Social-Media-Beiträgen – schleichen sich oft Fehler ein, weil Autokorrektur-Programme Wochentage am Satzanfang oder durch falsche Erkennung großziehen.
Merke: Sobald das Wort ein -s am Ende trägt und eine Regelmäßigkeit ausdrückt, bleibt es klein (z. B. montags, dienstags, mittwochs).
Möchtest du wissen, wie man dienstags in Kombination mit Uhrzeiten oder Tageszeiten (wie dienstagabends) richtig schreibt?
Die Ausnahmen: Wann „Dienstags“ doch großgeschrieben wird
Auch wenn die kleingeschriebene Variante im Alltag dominiert, gibt es konkrete grammatikalische Szenarien, in denen die Großschreibung zwingend erforderlich ist. Werden diese Ausnahmen missachtet, führt dies unweigerlich zu einem Rechtschreibfehler.
1. Die Genitivform (des Dienstags / eines Dienstags)
Steht vor dem Wort ein Artikel oder Pronomen, das den Genitiv verlangt, handelt es sich um das Substantiv in der gebeugten Form.
Beispiel:
„Die entscheidende Sitzung fand im Laufe des Dienstags statt.“ Beispiel:
„Es geschah an eines Dienstags, der stürmisch begann.“
In diesen Fällen drückt das Wort keine wiederkehrende Regelmäßigkeit aus, sondern bezieht sich auf einen ganz spezifischen, singulären Tag im Genitiv.
2. Satzanfänge
Wie bei jedem anderen Wort im Deutschen gilt auch für das adverbiale „dienstags“ die universelle Grundregel des Satzanfangs: Steht das Wort am Satzbeginn, wird es unabhängig von seiner Wortart großgeschrieben.
Beispiel:
„Dienstags fällt bei uns grundsätzlich der Sportunterricht aus.“
Zusammenfassung und Praxistipp
Um im Schreiballtag keine Fehler zu machen, hilft eine einfache Eselsbrücke:
Beschreibst du eine wöchentliche Gewohnheit („Ich habe dienstags frei“), bleibt das Wort klein.
Sprichst du über einen bestimmten Tag mit Artikel im Genitiv („Am Nachmittag des Dienstags...“) oder steht das Wort am Satzanfang, greift die Großschreibung.
Mit dieser Unterscheidung im Hinterkopf lassen sich Stolpersteine in E-Mails, Artikeln oder Hausarbeiten zukünftig mühelos umgehen.
Haben Sie noch Fragen zu weiteren tückischen Ausnahmeregeln bei Wochentagen oder Tageszeiten?
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