Wann Schimmel stirbt – und wann er gedeiht
Wer glaubt, dass Schimmel bei niedrigen Temperaturen im Winter von allein verschwindet, irrt. Tatsächlich fühlt sich Schimmelpilz bei bestimmten Temperaturen besonders wohl – und kann bei falscher Heiz- und Lüftungspraxis schnell zur Gefahr werden.
Die kritische Schwelle liegt laut Umweltbundesamt bei etwa 16 bis 18 °C. Wenn die Raumtemperatur in der Heizperiode dauerhaft darunter fällt, steigt die Luftfeuchtigkeit in den Wänden und Ecken. Genau das liebt Schimmel: kühle, feuchte Stellen, besonders an schlecht gedämmten Außenwänden oder hinter Möbeln.
Schimmel wird nicht durch Kälte zerstört, sondern nur vorübergehend gebremst. Temperaturen unter 0 °C im Raum – wie manchmal in unbeheizten Zimmern – stoppen das Wachstum, töten die Sporen aber nicht ab. Deutlich effektiver wirkt dagegen trockene Wärme: Ab etwa 60 °C sterben Schimmelsporen ab, aber solche Temperaturen erreicht man in Wohnräumen nicht – und sollte sie auch nicht anstreben.
Wichtiger ist die Vorbeugung: Regelmäßiges, kurzes Stoßlüften, ausreichende Grundtemperatur (mindestens 18 °C) und vermeiden von Feuchtigkeitsspitzen – etwa beim Kochen oder Duschen – senken das Risiko deutlich. Wer ständig zu kalt heizt, spart am falschen Ende. Denn Schimmel kann gesundheitliche Probleme verursachen, besonders bei empfindlichen Personen. Dazu gehören Atemwegsbeschwerden, Allergien und ein erhöhtes Asthmarisiko.
Die Botschaft ist klar: Sparsam heizen ja – aber nicht auf Kosten von Gesundheit und Wohnqualität. Eine gleichmäßige, moderate Temperatur im ganzen Raum und ausreichend Luftaustausch schützen besser vor Schimmel als tiefe Temperaturen.
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