Wann verwendet man das Plusquamperfekt im Deutschen?

Das Plusquamperfekt ist eine Zeitform, die hilft, die Reihenfolge von Ereignissen in der Vergangenheit klar darzustellen. Man nutzt sie, wenn eine Handlung bereits abgeschlossen war, bevor eine andere Vergangenheitsform eintrat. Es ist also die „Vorvergangenheit“.

Ein Beispiel macht es deutlich: Stellen wir uns vor, jemand sagt: „Als ich nach Hause kam, hatte ich bereits meinen Schlüssel verloren.“ Hier ist das Verlieren des Schlüssels (Plusquamperfekt: „hatte...verloren“) vor dem Nach-Hause-Kommen (Präteritum: „kam“) geschehen. Die Zeitform macht also den zeitlichen Ablauf eindeutig.

Das Plusquamperfekt bildet man meist mit dem Präteritum von „haben“ oder „sein“ + Partizip II des Verbs. Zum Beispiel: „Ich hatte nichts gesagt“ oder „Er war schon gegangen“. Diese Konstruktion liest man besonders oft in Erzählungen, Berichten oder Geschichten, wo die Chronologie wichtig ist.

Wichtig: Im gesprochenen Alltagsdeutsch wird das Plusquamperfekt oft durch das Perfekt ersetzt – „Ich hatte angerufen“ wird dann zu „Ich bin angerufen“ (eigentlich falsch, aber umgangssprachlich verbreitet). In der Schriftsprache und bei Prüfungen sollte man jedoch die korrekte Form verwenden.

Kurz gesagt: Das Plusquamperfekt hilft, vergangene Geschehnisse in die richtige zeitliche Ordnung zu bringen – besonders dann, wenn etwas schon geschehen war, bevor etwas anderes eintrat.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen