Wann ruft man „Kölle alaaf!“?

Der fröhliche Ausruf „Kölle alaaf!“ hallt jedes Jahr besonders laut durch die Straßen Kölns – vor allem in der fünften Jahreszeit, wie der Karneval hierzulande genannt wird. Von November bis Aschermittwoch ist er der Inbegriff der Jeckenfreude: auf Umzügen, in Kneipen, bei Sitzungen. Doch der Spruch hat eine viel ältere Geschichte, als viele denken.

Ursprünglich hatte „Kölle alaaf“ gar nichts mit Karneval zu tun. Die Redewendung stammt vermutlich aus dem 16. Jahrhundert und ist sprachlich verwandt mit rheinischen Ausdrücken wie „all af“ – also „alles auf“ oder „voller Einsatz“. Damals nutzte man ihn vielleicht als Kampfruf oder Zeichen großer Hingabe, unabhängig von Festen oder Feiern.

Erst im 19. Jahrhundert wurde der Ruf fest mit dem Kölner Karneval verbunden. Heute ist er untrennbar mit der Stadt verbunden – ein Ausdruck von Lebensfreude, Zusammenhalt und stolzem Lokalpatriotismus. Wer ihn laut und mit Herz ausspricht, gilt als echter Jeck.

„Kölle alaaf!“ zu rufen, ist mehr als Tradition – es ist ein Gefühl. Und wer es einmal in der Kölner Altstadt bei Karneval miterlebt hat, weiß: In diesem Moment ist man nicht nur in Köln, man ist Köln.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen