Stadtfüchse: Keine Angst mehr vor Menschen

Früher galt der Fuchs als scheuer Waldbewohner, der jedem menschlichen Kontakt aus dem Weg ging. Heute sieht man ihn immer häufiger – nicht nur am Waldrand, sondern mitten in der Stadt. Viele Füchse haben ihre ursprüngliche Scheu verloren und fühlen sich auf Spielplätzen, in Gärten oder sogar unter Autobahnen wohl.

Seit Jahrzehnten siedeln sich Füchse in urbanen Gebieten an. Die Anpassung an das Leben in der Stadt ist so tiefgreifend, dass Stadt- und Landfüchse sich genetisch unterscheiden. Sie haben nicht nur andere Verhaltensmuster entwickelt, sondern auch eine höhere Toleranz gegenüber Lärm, Licht und natürlich den Menschen. Während ein Waldfuchs bei der kleinsten Regung Reißaus nimmt, trotten Stadtfüchse oft gelassen durch Vorgärten oder schnüffeln an Mülltonnen – manchmal nur wenige Meter von Passanten entfernt.

Der Grund für diese Entwicklung liegt auf der Hand: In der Stadt finden Füchse reichlich Nahrung – von Resten in Abfallbehältern bis zu Futter, das ihnen von Tierfreunden gezielt hingestellt wird. Zudem gibt es weniger natürliche Feinde. Die Stadt wird zum sicheren Rückzugsort – ein ironisches Gegengewicht zur „Landflucht“ der Menschen.

Der Naturschutzbund (NABU) weist zwar darauf hin, dass Füchse nicht gefüttert werden sollten, um sie nicht zu sehr an den Menschen zu gewöhnen. Doch eines ist klar: Der Fuchs hat die Angst verloren. Wer heute abends durch eine ruhige Wohnstraße geht, könnte plötzlich zwei leuchtende Augen im Gebüsch entdecken – ohne dass das Tier sich beeilt wegzulaufen.

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