Haben Menschen mit Borderline manische Phasen?

Die Frage, ob Menschen mit einer Borderline-Störung manische Phasen durchleben, beschäftigt viele Betroffene und Fachleute. Die Wahrheit ist: Ja, es können Zustände auftreten, die an manische oder hypomane Episoden erinnern – aber sie entstehen aus einem anderen Muster als bei einer bipolar affektiven Störung.

Bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung zeichnet sich die emotionale Regulation durch extreme Schwankungen aus. Betroffene können plötzlich euphorisch, überaktiv oder impulsiv sein, was von außen wie eine manische Phase wirkt. Doch anders als bei einer Bipolarer Störung hängen diese Zustände meist mit zwischenmenschlichen Krisen, Ängsten vor Abwertung oder Identitätsverlust zusammen – und nicht mit einer zyklischen Störung der Stimmungslage.

Die Grenzen sind oft fließend, was die Diagnose erschwert. Manche Symptome überlappen sich stark: Schlafmangel, rasendes Denken, riskantes Verhalten. Dennoch liegt der Fokus bei Borderline eher auf instabilen Beziehungen, Angst vor Verlassenwerden und einer undeutlichen Selbstwahrnehmung – nicht auf klar abgegrenzten depressiven oder manischen Phasen, wie sie bei Bipolarer Störung typisch sind.

Wichtig ist daher, dass die Diagnose sorgfältig gestellt wird. Eine falsche Einordnung kann zu ungeeigneten Therapien führen. Erfahrene Therapeuten achten darauf, ob die Stimmungsschwankungen situationsbedingt und kurzlebig sind – ein Hinweis auf Borderline – oder ob sie länger anhalten und eigenständig im Krankheitsbild stehen, wie bei einer affektiven Störung.

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