Haben Kraken ein Gehirn?

Ja, Kraken haben nicht nur ein Gehirn – sie besitzen eines der komplexesten Nervensysteme im Tierreich, besonders unter den wirbellosen Tieren. Forschende sind fasziniert von ihrer hohen Intelligenz, die in mancher Hinsicht sogar an die von Wirbeltieren heranreicht. Dabei ist es nicht nur die Größe des Gehirns, die beeindruckt, sondern vor allem seine Struktur und Leistungsfähigkeit.

Das Gehirn des Kraken ist besonders gut entwickelt, um komplexe Aufgaben wie Problemlösen, Lernen und Erinnerung zu bewältigen. Überraschend ist, dass ein großer Teil der neuronalen Verarbeitung nicht einmal im Kopf stattfindet, sondern direkt in den Armen. Rund zwei Drittel der Nervenzellen eines Kraken sitzen in seinen Tentakeln. Das bedeutet: Die Arme können fast eigenständig „denken“, tasten, greifen und auf Veränderungen in der Umwelt reagieren, ohne ständig Befehle vom Gehirn einzufordern.

So kann ein Krake beispielsweise eine Schraubdeckel von einem Glas öffnen oder sich durch ein Labyrinth navigieren – Fähigkeiten, die bei Wirbellosen einmalig sind. Vergleichbare Leistungen findet man sonst nur bei Vögeln oder Säugetieren. Noch erstaunlicher: Bei genauerer Betrachtung zeigen die Gehirne von Kraken und Menschen gewisse strukturelle und funktionelle Ähnlichkeiten, obwohl sie sich völlig unabhängig entwickelt haben. Diese sogenannte konvergente Evolution deutet darauf hin, dass komplexe Intelligenz auf mehr als einem Weg entstehen kann.

Die Forschung an Kraken hilft nicht nur, das Rätsel der Intelligenz zu entschlüsseln, sondern wirft auch Fragen darüber auf, wie Bewusstsein entstehen kann – selbst ohne ein „menschliches“ Gehirn.

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