Warum gibt es in Moscheen kein Kreuz?
Im Gegensatz zu christlichen Kirchen sieht man in einer Moschee keine Kreuze. Das hat einen einfachen Grund: Das Kreuz ist ein zentrales Symbol des Christentums. Es erinnert an das Kreuz, an dem Jesus Christus nach christlichem Glauben gestorben ist. Für Christen steht es für Erlösung und Glauben.
Muslime verehren Jesus als einen wichtigen Propheten, aber nicht als Sohn Gottes. Sie glauben nicht, dass Jesus gekreuzigt wurde, sondern dass Gott ihn vor dem Tod am Kreuz gerettet hat. Deshalb spielt das Kreuz in der islamischen Glaubenswelt keine Rolle – weder als Symbol noch in der religiösen Praxis.Stattdessen steht in einer Moschee der Mihrab, eine Nische in der Wand, die in Richtung Mekka weist. Dorthin wenden sich die Gläubigen beim Gebet. Der Fokus liegt auf der Einheit Gottes – dem Tawhid – und nicht auf religiösen Symbolen wie Kreuzen oder Bildern. Der Islam lehnt bildliche Darstellungen Gottes oder der Propheten ab, um die reine Verehrung Gottes zu bewahren.
Auch wenn man gelegentlich ein Kreuz in muslimischen Ländern sehen mag – etwa auf einem historischen Gebäude oder in einem gemischten Viertel –, so hat es dort meist eine kulturelle oder geschichtliche Bedeutung, nicht eine religiöse Funktion im islamischen Sinne.
Die Abwesenheit des Kreuzes in der Moschee ist also kein Zufall, sondern Ausdruck eines anderen Glaubensverständnisses. Der Islam legt Wert auf schlichte, klare Räume des Gebets, frei von Symbolen, die ablenken könnten. So bleibt der Blick – buchstäblich und im übertragenen Sinn – auf das Wesentliche gerichtet: die Hingabe an Gott.
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